16.05.2026
Am 31.03. erreichte das Tierrefugium Hanau die Meldung einer aufmerksamen Spaziergängerin, die im Hanauer Wald ein freilaufendes Schaf entdeckt hatte. Bei dem Tier handelte es sich um ein Kamerunschaf, das offensichtlich auf sich allein gestellt war. Die Finderin versuchte noch selbst, das Tier einzufangen, musste jedoch schnell feststellen, wie scheu und vorsichtig es war. Da sie keine Unterstützung von öffentlicher Seite erhielt, wandte sie sich schließlich an uns.
Wir machten uns umgehend auf den Weg, doch vor Ort zeigte sich schnell, wie schwierig die Situation tatsächlich war. Das Gelände war unwegsam, das Schaf extrem vorsichtig und jeder Annäherungsversuch ließ es sofort flüchten. Auch mit vereinten Kräften und mehreren Helfern war es zunächst nicht möglich, das Tier zu sichern.
In den darauffolgenden Tagen und Wochen wurde uns immer deutlicher, wie herausfordernd dieser Einsatz werden würde. Wir suchten nach Lösungen, holten Rat ein und versuchten verschiedene Ansätze, um das Schaf zu sichern. Tierärzte wurden kontaktiert, ebenso die Kollegen vom Frankfurter Zoo. Ein erster Versuch mit Distanzimmobilisation blieb leider erfolglos, ebenso wie der Einsatz von Sedierungspaste. Die Sorge wuchs zunehmend, da sich das Schaf in der Nähe einer Bundesstraße aufhielt und somit jederzeit in große Gefahr geraten konnte.
In dieser schwierigen Zeit hatten wir jedoch eine Unterstützung, die wir gar nicht genug hervorheben können. Frau Monika Klaus hat über Wochen hinweg Unglaubliches geleistet. Sie fuhr täglich zur Einsatzstelle, versorgte das Schaf zuverlässig mit Futter und Wasser und beobachtete aufmerksam seinen Zustand. Sie hatte stets ein Auge darauf, wie es dem Tier ging, ob es sich verändert hat oder ob akuter Handlungsbedarf bestand.
Durch ihre ruhige und beständige Art konnte das Schaf Vertrauen zu ihr aufbauen. Frau Klaus war zudem jederzeit bereit, uns bei den Einfangversuchen vor Ort zu unterstützen. Ohne ihr außergewöhnliches Engagement wäre es uns nicht möglich gewesen, das Tier letztendlich zu sichern. Es ist alles andere als selbstverständlich, über einen so langen Zeitraum jeden Tag diese Strecke auf sich zu nehmen und sich mit so viel Herzblut einzubringen. Für diese herausragende Hilfe sind wir ihr von ganzem Herzen dankbar.
Um die Situation weiter zu lösen, kontaktierten wir schließlich unseren Tierschutzkollegen Stefan Bröckling, der die Möglichkeit hat, Distanzimmobilisationen durchzuführen. Er erklärte sich sofort bereit zu helfen und reiste mehrere hundert Kilometer an. Auch wenn der erste gemeinsame Versuch noch nicht zum Erfolg führte, konnten wir wichtige Erkenntnisse gewinnen und unsere Strategie weiter verbessern.
Nach intensiver Planung und Vorbereitung kam es am 15.05. zu einem weiteren Einsatz. Dieses Mal gelang es uns endlich, das Schaf erfolgreich zu sedieren und zu sichern. Es war ein Moment großer Erleichterung für alle Beteiligten nach dieser langen und nervenaufreibenden Zeit.
Das Schaf wurde anschließend sicher in das Tierrefugium Hanau gebracht und ist dort gut aus der Narkose erwacht. Es handelt sich um ein Tier ohne Ohrmarke, also ohne Registrierung, was auf eine nicht ordnungsgemäße Haltung hinweist. Zudem befindet sich das Schaf in keinem guten Ernährungszustand und ist verständlicherweise noch sehr verängstigt.
Schaf, dem wir den Namen Barbie gegeben haben, befindet sich aktuell in Quarantäne und wird tierärztlich untersucht. Weitere Untersuchungen, darunter auch Blutanalysen, sind bereits veranlasst.
Wir sind unendlich erleichtert, dass dieses Kapitel nun ein gutes Ende gefunden hat und Barbie endlich in Sicherheit ist. Über ihren weiteren Weg und ihre Entwicklung werden wir selbstverständlich berichten.
Ein großes Dankeschön geht zudem an Stefan Bröckling für seine außergewöhnlich tolle und professionelle Arbeit und die rasche Hilfe. Ohne ihn hätten wir Barbie nicht retten können. Ein absoluter Herzmensch.
Danke auch an alle ehrenamtlichen Helfer und unser gesamtes Team, die sogar in ihrer Freizeit geholfen haben. Danke!
Das
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